Unimog 424 als Kurz-Version - die Fässer

die Fässer
Title
Direkt zum Seiteninhalt

Unimog 424 als Kurz-Version

Modellbau > RC-Modelle
Wer den Bau-Bericht meines Unimog 416 verfolgt hat, weiß, das nach dem letzten Umbau ein AXIAL SCX10 Chassis übrig geblieben ist.  Dazu spendierte mir meine Frau den Bausatz für die Kabine des 435er von https://www.dt-c-rallye-racing.de. Von einem einschlägigen Kalenderblatt kam das Vorbild und das neue Projekt war geboren. Im Folgenden will ich den Aufbau etwas näher beschreiben, da sich gegenüber der originalen Ausführung des 435er von dt-c-rallye-racing doch einige Unterschiede ergeben.
Links das Vorbildfoto, rechts mein fertiges Modell.
Die Änderungen im Einzelnen:
  1. das Chassis muss deutlich eingekürzt werden
  2. das Getriebe ragt über die Pirtsche hinaus und muss 'getarnt' werden
  3. die gesamte Technik muss in der Fahrerkabine untergebracht werden
  4. der Akku muss mit in die Kabine - also Akkufach unter die Sitze
  5. die Kabine muss kippbar sein, um Technik und Akku ereichbar zu halten
  6. der gesamte hintere Teil des Modells muss im Eigenbau entstehen.
Zunächst kommt der Bausatz für die Kabine auf den Tisch: Die Teile sind hervorragend gefertigt, passgenau und gut zu verkleben - also rund um zu empfehlen und sein Geld wert. Nicht ganz so gut weil nicht vorhanden ist die Anleitung. Hier ist noch deulich Luft nach oben und auch der Link zu diversen Internetseiten hilft nur bedingt. Aber mit etwas Geduld und Ausprobieren kommt man zurecht. Bei mir kam ja auch noch hinzu, dass ich einige Änderungen einbauen wollte (Kipp-Funktion, Batteriekasten).Außerdem habe ich den Boden mit dem Akkufach und die Kotflügel nicht eingeklebt sonder geschraubt, um den Innenraum ereeichbar zu halten. Wie auf den Fotos zu sehen lässt sich das mit den Reststücken des Frässatzes und der Bastelkiste gut machen.
Die Details der Kabine im Bausatz sind schon gut, aber es geht ja immer noch mehr. Hier die Highlights Blinker, Armaturen, Mittelkonsole, der obligatorische Stern, Nummernschild, Rückspiegel, Zusatzscheinwerfer.... Spiegel und Stern stammen vom Tamiya 424er (Scheinwerfer/Stern Art.Nr.319115420, Spiegel/Schnorchel Art.Nr.319000745,  Zusatzscheinwerfer Conrad 220984). Der Schnorchel von Tamiya ist leider nicht zu gebrauchen. Hier zeigt sich, dass das Tamiya Modell nicht wirklich maßstäblich ist. Auch die Spiegel müssen schon deutlich angepasst werden. Einen passenden Schnorchel hat dt-c-rallye-racing im Programm. Das ist ein 3D-Druck-Teil, passt super, erfordert aber schon Nacharbeit um die Oberflächen lackierfähig zu bekommen.
Die Stoßstange: Hier wird es kompliziert. Zunächst wird sie neu am Rahmen positioniert (so dass die Radausschnitte der Kabine mit der Vorderachse zusammenfallen), dann muss hier eine (stabile) Aufnahme für die Kippachse der Kabine hin und auch die Elektrik für die Scheinwerfer muss berücksichtigt werden. Für die richtige Positionierung nutze ich das Frästeil vom Bausatz, für die Stabilität wird außen eine Aluplatte beigelegt und zwischen beides kommt die Achse für das Kippscharnier. Die Scheiwerfer (vom Tamiya 424er) lassen sich ganz gut in die Stoßstange einpassen und mit einer LED versehen und die 'Verglasung' ist aus Verpackungsresten. Die Elektrik wird fest in dem U-Profil verlegt und auf die kleine Platine mit den Steckkontakten verdrahtet.
Für die folgenden Aktionen sind nun Maße zwingend erforderlich. Und weil ich kein passendes Originalfahrzeug vor der Türe habe, muss ich mir anders behelfen. Zum einen gibt es da ein Modell in 1:43 von Schuco. Dann besitze ich ein Original-Prospekt (gibts auch im Netz), da stehen die Hauptmaße schon mal drin. Die wichtigste Quelle aber ist die Seitenansicht des Fahrzeugs aus dem Prospekt, eingescannt und in einer CAD-Zeichnung als Hintergrund eingefügt. Da können dann (nach Maßstabsumrechnung) alle Maße relativ genau ermittelt werden.
Die Grundmaße der Pritsche habe ich dem Prospekt entnommen. Die Teile mit der Aussparung für das Getriebe werden aus einer alten Schreibtischschublade ausgesägt. Die Abstützung der Pritsche hinter der Kabine und hinten an den Haltern für die Stoßdämpfer wurden an Hand der ermittelten Maße (s.o.) angefertigt und die Befestigungspunkte auf das Pritschen-Teil übertragen. Der Ausschnitt für das Getriebe kann so offen natürlich auch nicht bleiben, daher wird hier eine Kiste für die Motorsäge eingeplant. Die zwischen Kabine und Pritsche angebrachte Platte ist die Rastung, die verhindert, dass die Kabine ungewollt hochklappt. Unter der Pritsche wird noch ein Rohr angebracht, damit die für Zerlegung erforderlichen Imbus-Schlüssel immer dabei sind. Die hinteren Kotflügel sind nicht rund, wie beim Original, sondern eckig ausgeführt, weil ich nur dafür die Maße ermitteln konnte. Sie sind Eigenbauten, genau wie die Rücklichter und die Kanäle für die Verkabelung. Die transparenten Gläser der Rückleuchten stammen von Carson (Art.Nr.500907262).
Die Hecktraverse: Die wurde nicht nur nötig, weil ich das Chassis kürzen musste, das Modell sollte ja auch eine ferngesteuerte Hängerkupplung für den (zukünftigen) Rückewagen bekommen. Die Kupplung selbst ist von Carson (Art.Nr. 500907182). Die Traverse stammt noch vom 416er. Traverse, Halteplatte und der Halter für das Mini-Servo werden am CAD entworfen und dann gefräst und gebohrt. Auf dem Fotos ist das Ergebnis zu sehen.
Das Chassis muss einige Änderungen über sich ergehen lassen:
1. Kürzen. Die Anpassung an den kurzen Radstand von 265mm erfolgte nur im Bereich hinter dem Getriebe. Die Stangen für die Aufhängung der Hinterachse werden entsprechend gekürzt. Ebenfalls gekürzt wird auch die Antriebswelle, die dadurch auch eine grenzwertige Verwinkelung bekommt. In der Praxis zeigen sich aber keine Probleme.
2. An der Hinterachse passen die Stoßdämpfer nicht mehr unter den Pritschenboden: Sie müssen durch kürzere aus der Restekiste ersetzt werden und damit muss auch die Aufhängung neu gemacht werden.
3. Befestigung für Kabine und Pritsche: Die Kabine ist ja vorn auf der Kippachse gelagert. In der Fahrzeugmitte wird ein neuer Stützrahmen für Kabine und Pritsche angeschraubt, von dem auch Auspuff, Tank und Druckbehälter gehalten werden. Der hintere Teil der Pritsche liegt auf der Federbeinaufhängung der Hinterachse auf.
4. Lenkung: Die originale Lenkgeometrie sieht so schlimm aus, dass ich sie nicht länger ertragen wollte. Also die Spurstange hinter die Achse verlegt, die Achsschekel von links nach rechts getauscht und die Verbindung vom Servo zur Achse neu gestaltet. Das ist zwar immer noch keine exakte Lenkgeometrie, ist aber schon deutlich näher dran und optisch stört es nicht mehr.
Unterbauten:
1. Auspuff: bei der rundlichen Form scheidet drehen und fräsen für die Herstellung aus. Daher habe ich die beiden Schablonen vorbereitet und dann den Grundkörper aus Holz an der Schleifscheibe in Form gebracht. Bei den übrigen Teilen kommt dann wieder Drehbank und Fräsmaschine ins Spiel.
2. Tank: der besteht wieder komplett aus Kunststoffplatten auf der Fräse bearbeitet und verklebt. Die Rückseite habe ich offen gelassen, um den Innenraum für die Elektronik nutzen zu können.
3. Batteriekasten: aus Kunststoffplatten gefertigt ist er an den Tank seitlich so angebaut, dass die Innenräume verbunden sind, zur besseren Aufnahme der Elektronik.
4.Druckluftbehälter: der war wieder einfach - Rundmaterial auf die Drehbank, Halter gefräst - fertig
Alle Unterbauteile sind an dem Stützrahmen angeschraubt
Elektrik:
nach den negativen Erfahrungen bei meinen ersten Modellen, wollte ich unbedingt die komplette Elektrik steckbar ausgeführen. Alle Wartungsarbeiten, sowie der Austausch von Komponenten sollte einfach d.h. ohne Lötarbeiten möglich werden. Um das zu erreichen, habe ich zunächst einen Schaltplan erstellt, um einen Überblick über die erforderlichen Leitungungen und Steckverbingunen für den Kabelbaum zu bekommen. Dann werden Kabel, Stecker und Buchsen vorbereitet, verlegt, auf Länge gebracht und dann im Chassis befestigt. Schon beim zerlegen für die Lackierung zeigt sich der Erfolg! Alle Bauteile lassen sich ohne Probleme aus- und auch wieder einbauen. Unter der Motorhaube ist der Fahrregler, der Empfänger und eine Lochrasterplatine zu sehen. Letzteres ist ein 2-Kanal-Eigenbau-Schalter, der die Beleuchtung schaltet und noch einen freien Kanal für spätere Komponenten in Reserve hat. Die Schalteinheiten im Tank sind für die Blink- und Brems-/Rückfahrfunktion ( Conrad Art.Nr.190306).
Lackierung:
Lackieren gehört eindeutig nicht zu meinen Kernkompetenzen! Dennoch bin  ich mit dem Ergebnis zufrieden. Der Lack ist Original DB-Meergrün den ich als Spray und als Dose bei einem Landmaschinenhändler bestellt habe. Die Rahmenfarbe und die Grundierung ist vom örtlichen Baumarkt. Alle Teile werden grundiert und anschließend mit dem Decklack versehen. Die großflächigen Teile gesprüht die Kleinteile mit Pinsel. Die Grundierung und der Polystyrol-Kunststoff hat sich zum Glück problemlos vertragen.
Fertig!
Zum Schluß noch ein paar Momentaufnahmen von der 'Baustelle' und dem fertigen Modell.
Dann - auf einem Motorradausflug - entdeckte ich in einem Modellbauladen den nebenstehenden Portalachsen-Satz und das noch zu einem akzeptablen Kurs, leider ohne schaltbare Differentiale. Also zu Hause nachgemessen und zugeschlagen.
Bedingt durch den Motorradkauf kam ich dann erst Ende Januar zum Einbau. Und wenn ich geahnt hätte welchen Aufwand der Einbau mit sich bringt, hätte ich wohl nicht so spontan zugegriffen.Also unten noch ein paar Eindrücke von dem Umbau...
Der Einbau der Hinterachse geht noch relativ problemlos vonstatten. Hier müssen nur die vier Streben der Aufhängung in der Länge angepasst und z.T. mit neuen Kugelköpfen versehen werden. Beim Einbau zeigt sich, dass das Servo für die Kupplung mit dem Differentialgehäuse kollidiert. Also wechselt das Servo der Kupplung von der rechten auf die linke Seite.
Der Einbau der Vorderachse zeigt sich deutlich aufwändiger. Hier werden auch die Streben in der Länge angepasst, aber der Sockel für das Lenkservo - an der AXIAL-Achse vorhanden - fehlt hier. Also habe ich die Befestigung der unteren Streben und der Stoßdämpfer so gestaltet, dass oben eine neue Platte als Sockel angeschraubt werden kann.  Der Bewegungsraum des Servos im Rahmen war schon bei den AXIAL-Achsen nicht wirklich ausreichend, also habe ich da auch gleich nachgearbeitet:
die Mitteltraverse ersetzt und und die Stoßdämpferaufhängung neu gemacht, damit der Freiraum größer wird und die Dämpfer wieder in die Senkrechte kommen. Auch die Spurstange und  die Verbindung zum Lenkservo aus dem Achsen-Set passen nicht, also auch hier neu machen.
Das größte Problem bei den Arbeiten ist die Enge im Chassis, sodass sich die Längen und Maße nicht messen lassen. Da ist dann ausprobieren und Geduld gefragt. Dennoch eine lohnende Aktion. Denn durch die Portalachsen bekommt das Modell die für den Unimog typische 'hochbeinige' Optik. Auch wenn das Modell nicht für echten Geländeeinsatzt gedacht ist und es daher die Bodenfreiheit eher unwichtig ist, hat es durch die neuen Achsen deutlich gewonnen. Und außerden sind ja Portalachsen am Unimog-Modell eigentlich ein MUSS!

Zurück zum Seiteninhalt